Archiv

Die Ausgaben 1-29 des Newsletters finden Sie im Archiv.

 

Helmholtz Open Access Newsletter vom 16.12.2009

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

dies ist der 30. Helmholtz Open Access Newsletter, herausgegeben vom Helmholtz Open Access Projekt. In diesem Newsletter geben wir Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Entwicklungen zum Thema Open Access.

Sie finden den aktuellen Newsletter und das Archiv auf der Website des Helmholtz Open Access Projekts.

Wir freuen uns, wenn Sie diesen Newsletter an Interessierte weiterleiten.

Schöne Weihnachtstage und ein frohes Fest wünscht Ihnen das Helmholtz Open Access Koordinationsbüro.

 

Verstärkung gesucht

Das Koordinationsbüro des Helmholtz Open Access Projektes sucht Verstärkung. Zur weiteren Entwicklung der Open-Access-Aktivitäten in der Helmholtz-Gemeinschaft werden zwei wissenschaftliche Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter gesucht, die die konzeptionelle und praktische Entwicklung von Open Access in der Helmholtz-Gemeinschaft fördern.

Für Rückfragen stehen Roland Bertelmann und Dr. Hans Pfeiffenberger gerne zur Verfügung.

 

US-Regierung startet Konsultation zur Umsetzung von Open Access

Die US-Regierung hat am 10. Dezember 2009 eine Konsultation zum Thema Open Access gestartet. Diese ist Teil der „Open Government Initiative“ des Präsidenten.

Ziel der Untersuchung ist es zu prüfen, wie eine „Public Access Policy“ den Zugang zu wissenschaftlichen Erkenntnissen, die im Rahmen der öffentlich geförderten Forschung entstehen, verbessern kann. Hintergrund der Konsultation ist die Forderung der Regierung nach einer Maximierung der Rendite aus den Investitionen in Forschung und Entwicklung. Die Konsultation nimmt Bezug auf die gesetzlich verankerte Open-Access-Richtline der National Institutes of Health (NIH).

Weitere Informationen sind im Blog des Office of Science and Technology (OSTP) zu finden.

 

Open Access weiter auf Wachstumskurs

Heather Morrison weist in ihrer jährlichen Zusammenfassung der „Dramatic Growth of Open Access“ Statistik auf das dynamische Wachstum von Open Access im Jahr 2009 hin. So wurden bis Anfang Dezember 2009 z.B. über 700 neue Open-Access-Zeitschriften in das Directory of Open Access Journals (DOAJ) aufgenommen.

Die Suchmaschine Scientific Commons verzeichnete 2009 ein Wachstum von 8 Millionen Objekten in ihrem Index. Recherchiert werden kann nun in über 32 Millionen Open-Access-Publikationen. Dies entspricht einem Wachstum von 20.000 Publikationen pro Tag.

Sebastian Wolf weist in INETBIB auf das Wachstum von BASE (Bielefeld Academic Search Engine) hin. BASE ermöglicht aktuell die Suche nach 21,8 Millionen Open-Access-Dokumenten, die in über 1.400 Quellen gehostet werden.

 

DPHEP veröffentlicht Zwischenbericht

Die Study Group on Data Preservation and Long Term Analysis in High Energy Physics (DPHEP) des International Committee for Future Accelerators (ICFA) hat unter Mitarbeit des Deutschen Elektronen-Synchrotron DESY in der Helmholtz-Gemeinschaft ihren ersten Zwischenbericht veröffentlicht.

DPHEP Study Group: Data Preservation in High Energy Physics. 2009. arXiv:0912.0255.

Der Bericht betrachtet den aktuellen Stand der Langzeitarchivierung von Forschungsdaten in der Teilchenphysik. Darüber hinaus wird die Etablierung eines „International Data Preservation Forum“ empfohlen, welches als „clearing house“ übergreifende Aufgaben für die HEP-Gemeinschaft übernimmt.

 

Rückblick: Workshop "OA im Forschungsbereich Gesundheit"

In Zusammenarbeit mit der Zentralbibliothek des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) veranstaltete das Helmholtz Open Access Projekt am 13. November 2009 einen Helmholtz-internen Workshop zum Thema „Open Access im Forschungsbereich Gesundheit“.

Der Workshop begann mit einem Praxisbericht zu den Open-Access-Aktivitäten des Helmholtz Zentrums München von Astrid Uerlichs.

Anschließend präsentierte Dr. Martin Fenner (Medizinische Hochschule Hannover) die Sicht eines Mediziners auf Open Access. Dabei machte er u.a. auf die Vielzahl von rechtlichen Herausforderungen aufmerksam, die den Umgang mit wissenschaftlichen Informationen im digitalen Zeitalter prägen.

Im folgenden Vortrag stellte Dr. Dietrich Rebholz-Schuhmann (European Bioinformatics Institute - EBI) UK PubMed Central vor. Darüber hinaus gab er einen sehr spannenden Einblick in die Forschungsaktivitäten des EBI. In seinem Vortrag macht er u.a. die Bedeutung von Open Access für Text-Mining-Verfahren deutlich.

Anita Eppelin (Deutsche Zentralbibliothek für Medizin) stellte anschließend German Medical Science (GMS) vor. Das Open-Access-Publikationsportal ermöglicht die Publikation von Open-Access-Zeitschriften, Kongresspublikationen und Forschungsberichten.

Nach der Mittagspause stand das Thema Open Access zu Forschungsdaten im Vordergrund. Dr. Hans Pfeiffenberger (Helmholtz Open Access Projekt) führte in das Thema ein und beschrieb u.a. die nationalen Aktivitäten in diesem Feld.

Anschließend stellten Dagmar Sitek (DKFZ, Zentralbibliothek), PD Dr. Johannes Schenkel und Michael Staudt (DFKZ, Abteilung Kryokonservierung) die innovative Vernetzung der DKFZ-Publikationsdatenbank mit einer internen Datenbank zum Management von Forschungsdaten in Verbindung mit einer umfangreichen Probensammlung vor.

In dem letzten Vortrag der Workshops widmete sich Dr. Dietrich Rebholz-Schuhmann dem ESFRI Projekt ELIXIR - European Life sciences Infrastructure for Biological Information. Das Projekt hat das Ziel, eine nachhaltige Infrastruktur für das Management biologischer Informationen in Europa aufzubauen.

Fazit: Der Workshop bot einen spannenden Einblick in das sich dynamisch entwickelnde Feld des Open Access im Bereich der Lebenswissenschaften. Deutlich wurde u.a. welche hohe Bedeutung Open Access für innovative Forschungsmethoden wie z.B. Text-Mining und für das institutionelle Management der Forschungsergebnisse hat.

 

Rückblick: Kolloquium "The Data Continuum: Managing, Sharing and Re-use"

Das Center for Geoinformation and Technologie (CeGIT) und die Bibliothek und Informationsdienste (LIS) des Deutschen GeoForschungsZentrum GFZ veranstalteten in Kooperation mit dem Helmholtz Open Access Projekt am 30. November 2009 ein Kolloquium zum zeitgemäßen Umgang mit Forschungsdaten. Anlass war der Besuch von Dr. Andrew Treloar, einem der Vizedirektoren des Australian National Data Service (ANDS), am GFZ.

Das Kolloquium wurde von Dr. Stefan Winkler-Nees (DFG) eröffnet, der einen Einblick in die nationalen Aktivitäten im Feld des Managements und des offenen Zugangs zu Forschungsdaten gab. Deutlich wurde dabei die große Bedeutung, die die DFG diesem Thema beimißt.

Anschließend widmete sich Dr. Jens Klump (GFZ) der technischen und organisatorischen Perspektive des Themas.

Darauf folgte ein sehr spannender Vortrag von Dr. Andrew Treloar der das Konzept des „Data Curation Continuum“, der differenzierten Betrachtung des Lebenszyklus von wissenschaftlichen Daten, vorstellte und die Aktivitäten des ANDS beschrieb.

In der anschließenden Diskussion wurde thematisiert, wie sich durch organisatorische und technische Maßnahmen der Umgang mit Forschungsdaten nachhaltiger und effizienter gestalten lässt. Dabei standen Anforderungen an die Entwicklung von Werkzeugen für das Forschungsdatenmanagement im Fokus. Da von den Förderorganisationen künftig ein nachhaltiges Datenmanagement erwartet wird und die Verfügbarkeit von Daten von mehr und mehr Fachzeitschriften gefordert werden wird, ist der weitere Ausbau einer Forschungsdateninfrastruktur unumgänglich. Ziel zukünftiger Aktivitäten ist es, so der Tenor der Diskussion, Infrastrukturen aufzubauen und zu etablieren, die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern einen zeitgemäßen Umgang mit Forschungsdaten in Sinne des umfassenden Konzeptes der „Data Curation“ ermöglichen. Weiter wurde u.a. über die Anforderungen an die Aus- und Weiterbildung von Personen, die sich mit dem Forschungsdatenmanagement beschäftigen, gesprochen.

Das Kolloquium bot einen guten Einblick in die aktuellen Entwicklungen und ermöglichte eine intensive Diskussion über die zukünftigen Herausforderungen in diesem Feld.

Die Vortragsfolien des Workshops sind auf der Website des Helmholtz Open Access Projektes zu finden.

 

Rückblick: Berlin 7 Open Access Conference

Vom 02. bis 04. Dezember fand in Paris die siebte Nachfolgekonferenz der „Berliner Erklärung“ unter dem Motto „Open Access - Reaching Diverse Communities“ statt. Etwa 200 Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Politik, Verlagen, Forschungseinrichtungen und Förderorganisationen diskutierten in der Panthéon-Sorbonne über aktuelle Herausforderungen rund um Open Access.

Einen Schwerpunkt der Konferenz bildete die Thematisierung der ökonomischen Auswirkungen von Open Access. So stellte z.B. Prof. John Houghton (Victoria University) die Ergebnisse seiner Studien im Rahmen des Projektes „Economic Implications of Alternative Scholarly Publishing Models (EI-ASPM)“ vor (siehe dazu Newsletter Nr. 29.). In weiteren Vorträgen z.B. von Kurt de Belder (Leiden University) oder von Nick Fowler (Elsevier) wurden interessante Aktivitäten rund um Open-Access-Gold vorgestellt.

Weitere Themen waren u.a. die differenzierten Entwicklungen von Open Access in den Wissenschaftsdisziplinen, sowie die Rolle der Forschungsinfrastrukturen im offenen Zugang zu digitalen Forschungsdaten. Einen besonders interessanten Blick in die Zukunft bot Jan Velterop (Concept Web Alliance) der das Konzept der Nano-Publikation vorstellte.

Videoaufzeichnungen und Vortragsfolien der Konferenz sind online zugänglich.

 

Rückblick: 5th International Digital Curation Conference

Das Digital Curation Centre (DCC) veranstaltete gemeinsam mit der Coalition for Networked Information (CNI) vom 02. bis 04. Dezember die 5th International Digital Curation Conference in London.

Das Helmholtz Open Access Projekt beteiligte sich auf Einladung von DataCite an dem Workshop „Citability of Research Data“, der sich mit der persistenten Adressierung von Forschungsdaten befasste. Der internationale Verein DataCite war am Vortag in der deutschen Botschaft in London gegründet worden. Dr. Hans Pfeiffenberger stellte dort die Open-Access-Zeitschrift Earth System Science Data (ESSD) vor.

Über den zweiten Konferenztag ist vor allem der Einblick in zwei Projekte aus der US-Ausschreibung DataNet erwähnenswert. Das Projekt Data Observation Network for Earth (DataONE) stellt sich von Anfang an international auf. The Data Conservancy (DC) betont stark den Aspekt Ausbildung.

Eine ausführliche Dokumentation der Konferenz findet sich im Digital Curation Blog. Auch Vortragsfolien und Videos sind online zugänglich.

 

Literaturhinweise: Open Access

Pampel, H.; Bertelmann, R.: Open Access - neue Wege in der Wissenschaftskommunikation. In: GAIA - Ecological Perspectives in Science Humanities and Economics (2009) 18, 4. S. 337-339. Online.

Pampel, H.: Open Access in der Helmholtz-Gemeinschaft - Status und Perspektiven. Erscheint in: Die Kraft der digitalen Unordnung. Tagungsband der ASpB-Tagung 2009. Online.

Research Information Network (RIN): Overcoming barriers: access to research information content. 2009. Online.

 

Literaturhinweise: Forschungsdaten

Callaghan, S. et al.: How to Publish Data Using Overlay Journals: The OJIMS Project. In: Ariadne (2009) 61. Online.

De Cock Buning, M. et al.: The legal status of raw data: a guide for research practice. SURFfoundation, 2009. Online.

JISC: The data revolution. Digitale Beilage in der Times Higher Education. 2009. Online.

 

Impressum

Der Helmholtz Open Access Newsletter wird vom Helmholtz Open Access Projekt herausgegeben.

Redaktion: Heinz Pampel

Kontakt: open-access@helmholtz.de

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Letzte Änderung: 14.03.2012

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