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Die Ausgaben 1-54 des Newsletters finden Sie im Archiv.

Helmholtz Open Science Newsletter vom 14.12.2015

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

dies ist der 55. Helmholtz Open Science Newsletter, herausgegeben vom Helmholtz Open Science Koordinationsbüro. In diesem Newsletter geben wir Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Entwicklungen zum Thema Open Science.

Sie finden den aktuellen Newsletter und das Archiv auf der Website des Helmholtz Open Science Koordinationsbüros.

Wir freuen uns, wenn Sie diesen Newsletter an Interessierte weiterleiten.

10 Jahre Helmholtz Open Science Koordinationsbüro

Als Nachricht in eigener Sache freuen wir uns in diesem Jahr das zehnjährige Jubiläum des Helmholtz Open Science Koordinationsbüros feiern zu können. Im Dezember 2005 wurde das damals noch „Helmholtz Open Access Projekt“ genannte Helmholtz Open Science Koordinationsbüro gegründet um die Helmholtz-Zentren bei der Realisierung der in der Berliner Erklärung verankerten Ziele zu unterstützen. Über eine Dekade arbeitet nunmehr das Koordinationsbüro inner- und außerhalb der Helmholtz-Gemeinschaft für die Umsetzung von Open Science in all ihren Facetten wie Open Access zu wissenschaftlichen Publikationen und dem Zugang zu Forschungsdaten und wissenschaftlicher Software.

Ein Gespräch mit dem Sprecher des Arbeitskreises Open Science der Helmholtz-Gemeinschaft Dr. Hans Pfeiffenberger und dem Leiter des Helmholtz Open Science Koordinationsbüros Roland Bertelmann anlässlich des Jubiläums findet sich jetzt auf der Website der Helmholtz-Gemeinschaft.

„Helgoland Marine Research“ wird Open-Access-Zeitschrift

Die traditionsreiche meeresbiologische Zeitschrift „Helgoland Marine Research“ wird ab Januar 2016 in eine Open-Access-Zeitschrift umgewandelt. Das Alfred-Wegener-Institut Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) unterstützt die Umwandlung und wird in der Anfangszeit die Kosten für Open-Access-Publikationsgebühren übernehmen. Für Autorinnen und Autoren werden Publikationen in der neuen Open-Access-Zeitschrift damit zunächst kostenlos möglich sein. Prof. Dr. Maarten Boersma vom AWI, ab 2016 neuer Herausgeber von „Helgoland Marine Research“, sagte zu der Umstellung: „Wir freuen uns sehr, dass die in unserer Zeitschrift publizierten Ergebnisse der Meeresforschung in Zukunft weltweit frei zugänglich sind.“

Die Zeitschrift, die bisher subskriptionsbasiert beim Springer-Verlag erschien, wandert mit der Umstellung zum Open-Access-Verlag BioMed Central, der ebenfalls zur Springer Nature Group gehört. Textbeiträge in der Zeitschrift werden künftig unter einer CC-BY-Lizenz erscheinen, alle Forschungsdaten aus Publikationen in „Helgoland Marine Research“ stehen durch die CC0-Lizenz gemeinfrei zur Verfügung (s. Newsletter 45).

Dokumentenserver Klimawandel gestartet

Das Climate Service Center 2.0 des Helmholtz-Zentrums Geesthacht startete vor Kurzem den Dokumentenserver Klimawandel. Dieses fachliche Repositorium sammelt alle relevanten Ergebnisse, wie z. B. Berichte, Broschüren, Leitfäden, Bildungsmaterialien, Abbildungen und Filme und stellt sie der Allgemeinheit nachhaltig und kostenlos im Open Access zur Verfügung.

Über 400 Materialien aus KLIMZUG-Projekten sind zum Start des Dienstes bereits im Dokumentenserver recherchierbar. In diesen vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanzierten Projekten wurden zwischen 2008 und 2014 Anpassungsstrategien an die Folgen des Klimawandels erarbeitet. Der Open-Access-Verlag Hamburg University Press der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg ist als Kooperationspartner des Helmholtz-Zentrums Geesthacht verantwortlich für den technischen Betrieb des Dokumentenservers Klimawandel.

Rückblick: „The Importance of Content Mining for Science“

Ende Oktober 2015 veranstaltete Science Europe in Brüssel die Tagung „The Importance of Content Mining for Science“. Das Helmholtz Open Science Koordinationsbüros war federführend bei der Konzeption der Veranstaltung. Ziel der Tagung war es, Entscheidungsträgern zu illustrieren, dass die Nutzung dieser Technologie für alle Forschungsfelder von großer und zunehmender Bedeutung ist und deshalb bestehende Hürden im europäischen Urheberrecht innerhalb der derzeit laufenden Novellierung beseitigt werden sollten.

Die Tagung stieß auf außerordentlich großes Interesse und war innerhalb von zwei Tagen ausgebucht. Bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern handelte es sich im Wesentlichen um Angehörige der politischen Institutionen der Europäischen Union und um Repräsentanten von in Brüssel vertretenen Wissenschaftsorganisationen und -verbänden.

Berliner Senat beschließt Open-Access-Strategie

Im Oktober 2015 legte eine vom Senat des Landes Berlin eingesetzte Arbeitsgruppe unter Leitung von Prof. Dr. Martin Grötschel eine Open-Access-Strategie für Berlin vor, die über den Bereich der Wissenschaft hinaus auch den Kulturbereich behandelt. Ziel der vorgeschlagenen Maßnahmen ist es, dass bis zum Jahr 2020 60 % der an den wissenschaftlichen Einrichtungen der Hauptstadt entstehenden Publikationen frei zugänglich gemacht werden. Zur Erreichung dieses Ziels sollen die wissenschaftlichen Einrichtungen u. a. Open-Access-Richtlinien verabschieden und Open-Access-Beauftragte benennen. Zusätzlich werden der Ausbau von Publikationsinfrastrukturen und die Transformation von Subskriptionszeitschriften empfohlen. Auch die Förderung der Zugänglichmachung, Erhaltung und Nachnutzung von Forschungsdaten wird angesprochen.

Neben Berlin haben bereits andere Bundesländer in der jüngeren Vergangenheit Empfehlungen zu Open Access veröffentlicht, u. a. Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein. In weiteren Bundesländern finden aktuell Beratungen zu diesem Thema statt. Auf Bundesebene wird Rahmen der Digitalen Agenda und der Hightech-Strategie an einer nationalen Open-Access-Strategie gearbeitet.

Niederlande: Umstieg auf Open Access bis 2024 geplant

Die zentrale niederländische Forschungsförderorganisation Nederlandse Organisatie voor Wetenschappelijk Onderzoek - NWO hat ihre Open-Access-Richtlinie verschärft. Aus der bisherigen Anforderung wissenschaftliche Publikationen der Öffentlichkeit so schnell wie möglich zugänglich zu machen wird die Bedingung „sofortiger Open Access zum Zeitpunkt der Veröffentlichung“.

In einer Pressemitteilung wird weiterhin ausgeführt, dass die NWO ab Dezember 2015 ihre Förderrichtlinien im Bereich Open Access schärfen wird. Konkret bedeutet dies, dass alle Veröffentlichungen, die im Rahmen einer Ausschreibung der NWO nach dem 01.12.2015 publiziert werden, zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung jedem zugänglich sein müssen. Die Richtlinie kann durch den Grünen und den Goldenen Weg des Open Access umgesetzt werden. Die Niederlande planen bis 2024 komplett auf Open Access umzusteigen.

Österreich: Transformationsstrategie veröffentlicht

Das Open Access Netzwerk Austria hat im November das Papier „Empfehlungen für die Umsetzung von Open Access in Österreich“ veröffentlicht, das ein breites Spektrum an Aktivitäten zur Förderung von Open Access beschreibt. Anliegen des Netzwerkes ist es die Transformation von Subskription zu Open Access bis 2025 in Österreich umzusetzen. Um die Zielmarke von 100 Prozent Open Access zu erreichen, werden in dem Papier 16 Empfehlungen ausgesprochen, welche zusammen die österreichische Strategie zur Transformation bilden. Unter anderem werden die Einführung von Open-Access-Richtlinien, die Einrichtung von Publikationsfonds, die Unterstützung von Selbstarchivierung und schließlich das Anvisieren von Open Science als geeignete Aktionsbereiche aufgeführt.

Das österreichische Empfehlungspapier stellt somit einen konkreten Ansatz für die Umsetzung der Transformation dar. Österreichs Bestrebungen spiegeln gemeinsam mit den kürzlichen Entwicklungen in den Niederlanden sowie auf Länderebene in Deutschland den Willen zur Transformation des wissenschaftlichen Publikationsmarktes wider.

Von Lingua zu LingOA

Um gegen die hohen Publikationskosten der sprachwissenschaftlichen Zeitschrift „Lingua“ zu protestieren, beenden dessen Herausgeber und Redaktion ihre Arbeit für das Elsevier-Journal und gründen als Alternative die Open-Access-Zeitschrift „Glossa“. Im Gegensatz zu den künftig geplanten 400 € Open-Access-Publikationsgebühren bei dem neuen Verlag Ubiquity Press, verlangt Elsevier aktuell 1.800 € von Autorinnen und Autoren um in Lingua einen Artikel im Hybrid-Modell des Open Access zu veröffentlichen. Im Rahmen der Initiative LingOA ist die Transformation von weiteren linguistischen Subskriptionszeitschriften hin zu Open Access geplant.

Literaturhinweise

Barbaro, A. et al. 2015: The presence of high-impact factor open access journals in science, technology, engineering and medicine (STEM) disciplines. Italian Journal of Library, Archives and Information Science 6: 57–75. doi:10.4403/jlis.it-11257

Belmann, P. et al. 2015: Bioboxes: standardised containers for interchangeable bioinformatics software. GigaScience 4: 47. doi:10.1186/s13742-015-0087-0

Briney, K., A. Goben & L. Zilinski 2015: Do you have an institutional data policy? A review of the current landscape of library data services and institutional data policies. Journal of Librarianship and Scholarly Communication 3: eP1232. doi:10.7710/2162-3309.1232

Cigliano, J.A. et al. 2015: Making marine and coastal citizen science matter. Ocean & Coastal Management 115: 77–87. doi:10.1016/j.ocecoaman.2015.06.012

Dorch, B.F., T.M. Drachen & O. Ellegaard 2015: The data sharing advantage in astrophysics. arXiv:1511.02512

Gebhart, G. & J. Ziskina 2015: Students as leaders in open access advocacy. The story of the University of Washington initiative. College & Research Libraries News 76: 530–533. http://crln.acrl.org/content/76/10/530

Herold, P. 2015: Data sharing among ecology, evolution, and natural resources scientists: an analysis of selected publications. Journal of Librarianship and Scholarly Communication 3: eP1244. doi:10.7710/2162-3309.1244

Jubb, M. et al. 2015: Monitoring the transition to open access. A report for the Universities UK Open Access Co-ordination Group. Research Information Network. http://www.researchinfonet.org/oamonitoring/

McKiernan, E. et al. 2015: The open research value proposition: how sharing can help researchers succeed. Working paper. doi:10.6084/m9.figshare.1619902

Shen, C. & B.-C. Björk 2015: „Predatory“ open access: a longitudinal study of article volumes and market characteristics. BMC Medicine 13: 230. doi:10.1186/s12916-015-0469-2

Watson, M. 2015: When will „open science“ become simply „science“? Genome Biology 16: 101. doi:10.1186/s13059-015-0669-2

Impressum

Der Helmholtz Open Science Newsletter wird vom Helmholtz Open Science Koordinationsbüro herausgegeben.

Redaktion: Dr. Christoph Bruch, Heinz Pampel, Dr. Paul Schultze-Motel und Paul Vierkant

Kontakt: open-science@helmholtz.de

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