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Die Ausgaben 1-53 des Newsletters finden Sie im Archiv.

Helmholtz Open Science Newsletter vom 23.09.2015

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

dies ist der 54. Helmholtz Open Science Newsletter, herausgegeben vom Helmholtz Open Science Koordinationsbüro. In diesem Newsletter geben wir Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Entwicklungen zum Thema Open Science.

Sie finden den aktuellen Newsletter und das Archiv auf der Website des Helmholtz Open Science Koordinationsbüros.

Wir freuen uns, wenn Sie diesen Newsletter an Interessierte weiterleiten.

Open Access Week: Webinar für Helmholtz-Doktorand/-innen

Im Rahmen der internationalen Open Access Week 2015 finden weltweit an vielen Orten Veranstaltungen statt um für den freien Zugang zu Wissen zu werben und zu informieren. Unter dem Titel „Science is open: an introduction to open access“ bietet das Helmholtz Open Science Koordinationsbüro ein aktuelles Webinar zu den Grundlagen von Open Access an. Am 20. und 22. Oktober 2015 sind Doktorandinnen und Doktoranden aus allen Helmholtz-Zentren herzlich eingeladen sich von ihrem Schreibtisch aus über Open Access und Open Science zu informieren und im Livechat über das Internet mitzudiskutieren. Eine Anmeldung für das Webinar ist ab sofort möglich.

RDA-Deutschland-Treffen 2015

Das zweite Deutschland-Treffen der Research Data Alliance (RDA), das in Zusammenarbeit mit der Deutschen Initiative für Netzwerkinformation (DINI) vorbereitet wird, findet am 25. und 26.11.2015 im Deutschen GeoForschungsZentrum GFZ in Potsdam statt und wird dort vom Helmholtz Open Science Koordinationsbüro organisiert.

Noch bis Ende September können Vorschläge für Breakout-Sessions und Trainingskurse zum Thema Forschungsdaten eingereicht werden. Die Registrierung für das Treffen ist ab sofort möglich, dabei können auch Abstracts für Vorträge und Poster eingereicht werden. Nähere Informationen zum RDA-Deutschland-Treffen und zur Registrierung finden sich auf der Tagungswebseite.

Interner Workshop zu Datenpublikationen

Das Helmholtz Open Science Koordinationsbüro und die deutschen DataCite-Mitglieder freuen sich den gemeinsamen Workshop „Datenpublikationen mit DOIs - persistent und zitierbar“ anzukündigen. Der Workshop wird in Zusammenarbeit mit der Bibliothek des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung – UFZ am 12. Januar 2016 im UFZ in Leipzig stattfinden. Zielgruppe dieses Workshops sind Interessierte aus der Wissenschaft, aus Bibliotheken, Rechen- und Datenzentren in der Helmholtz-Gemeinschaft.

Die Veranstaltung bietet einen Überblick zur zitierbaren Publikation von Forschungsdaten, praktische Beispiele für Datenpublikationen aus Helmholtz-Zentren sowie praxisnahe Sessions zur Datenpublikation und DOI-Vergabe, in denen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aktiv mit Expertinnen und Experten diskutieren und Erfahrungen austauschen können. Nähere Informationen zum Programm des Workshops und zur Anmeldung sind auf der Website des Helmholtz Open Science Koordinationsbüros zu finden.

Internationales Interesse an den „Positionen zur Schaffung eines wissenschaftsadäquaten Open-Access-Publikationsmarktes“

Im Februar dieses Jahres hat die Ad-hoc-AG Open-Access-Gold in der Schwerpunktinitiative "Digitale Information" der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen ein Positionspapier zur Schaffung eines wissenschaftsadäquaten Open-Access-Publikationsmarktes veröffentlicht. Es bündelt und bewertet Anforderungen an Verträge nach dem Publikationskostenmodell, greift die Verknüpfung von Subskription und Open Access auf und gibt Orientierung bei der Spezifikation von Open-Access-Strategien. Aufgrund des internationalen Interesses an der Studie wurden jetzt eine englische und, dank der Übersetzung des Centre national de la recherche scientifique (CNRS), eine französische Fassung des Positionspapiers veröffentlicht.

Rückblick: Open-Access-Tage 2015

Die 9. Open-Access-Tage fanden in diesem Jahr in der Schweiz statt, Gastgeberin war die Universität Zürich. Fast 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Wissenschaft, Bibliotheken und Verlagen diskutierten Anfang September auf der Fachtagung über aktuelle Entwicklungen zum Thema Open Access.

Zur Eröffnung der Tagung sprach Prof. Dr. Hubertus Kohle von der Ludwig-Maximilians-Universität München in einem spannenden und unterhaltsamen Hauptvortrag über seine sehr persönliche Sicht als Geisteswissenschaftler auf den durch Open Access ausgelösten Wandel. Das Helmholtz Open Science Koordinationsbüro und das Aktionsbündnis „Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft“ organisierten gemeinsam einen Vortragsblock mit dem Titel „Das Zweitveröffentlichungsrecht macht Schule“, in dem gesetzliche Regelungen und Diskussionen zum Zweitveröffentlichungsrecht in Deutschland, Österreich, Frankreich, den Niederlanden und der Schweiz miteinander verglichen wurden. Weitere Beiträge aus dem Helmholtz Open Science Koordinationsbüro gab es u. a. zum Open Access Repository Ranking (s. dieser Newsletter). Zahlreiche Vortragsfolien der Tagung stehen auf der Tagungswebseite zum Download zur Verfügung.

Helmholtz-Repositorien im Open Access Repository Ranking

Im Rahmen der Open-Access-Tage 2015 wurden in Zürich das diesjährige Open Access Repository Ranking und dessen Gewinner, die Universität Regensburg, vorgestellt. Obwohl das Feld um 21 Open-Access-Repositorien aus Österreich und Schweiz auf 181 gewachsen ist, konnten sich viele Helmholtz-Repositorien verbessern. Allen voran landete auf Platz sechs das Forschungszentrum Jülich mit JuSER, das 76 von 100 Punkten erreichte und als neuer Teilnehmer direkt in die Top 10 einstieg. Gleichzeitig führt das Invenio-basierte JuSER das regionale Ranking in Nordrhein-Westfalen an. Den größten Sprung nach oben machte das Alfred-Wegener-Institut Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) mit ePIC um 77 Plätze auf Rang 36.

Das jährlich durchgeführte Ranking bewertet Open-Access-Repositorien auf Basis einer gemeinsam mit der Repositorien-Community iterativ entwickelten Metrik und soll dadurch „Best Practices“ für Informationsinfrastrukturen sichtbar machen und die Vernetzung der Repositorien-Landschaft fördern.

Transparenz bei Bibliotheken

Um die Höhe der Subskriptionszahlungen von Schweizer Hochschulen an die großen wissenschaftlichen Verlage Elsevier, Springer und Wiley öffentlich zu machen, startete der Schweizer Christian Gutknecht Anfang 2015 erfolgreich auf einer Crowdfunding-Plattform die Finanzierung der Initiative „Transparenz bei Bibliotheken“. Bis dahin verweigerten fast alle von ihm angeschriebenen Hochschulen die Offenlegung ihrer Zahlungen aufgrund ihrer mit den Verlagen vereinbarten Verschwiegenheitspflicht.

Gutknecht bekam durch die Empfehlung des Eidgenössischen Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten in dem von ihm angestrebten Schlichtungsverfahren in erster Instanz Recht, woraufhin in den letzten Wochen die Bibliothek der ETH Zürich, Lib4RI sowie die École Polytechnique Fédérale de Lausanne ihre Zahlungen offenlegten.

COPDESS 2nd Working Meeting

Die 2014 von geowissenschaftlichen Verlagen und Datenzentren gegründete Coalition for Publishing Data in Earth and Space Sciences (COPDESS) hat sich zum Ziel gesetzt gemeinsame Leitlinien und Verfahren für die Publikation und Zitierung von Forschungsdaten in erd- und weltraumwissenschaftlichen Zeitschriften zu entwickeln und zu fördern.

Beim zweiten Arbeitstreffen von COPDESS am 20. und 21. Oktober 2015 in Oxford wollen Verlage und Datenzentren mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern an der Umsetzung und Weiterentwicklung der Anfang dieses Jahres beschlossenen Ziele für den Zugang zu geowissenschaftlichen Forschungsdaten arbeiten. Ein vorläufiges Programm und weitere Informationen zum Arbeitstreffen finden sich auf der COPDESS-Website. Anmeldungen für die Veranstaltung können per E-Mail an Dr. Kerstin Lehnert, Lamont-Doherty Earth Observatory, Columbia University gerichtet werden.

Workshop von Science Europe zu Text- und Datamining

Am 27. Oktober 2015 veranstaltet Science Europe in Brüssel einen eintägigen Workshop zum Thema „The Relevance of Text and Data Mining to Science“. Das Helmholtz Open Science Koordinationsbüro hatte in seiner Funktion als Vorsitzender der Science Europe Working Group on Research Data die Federführung bei der Konzeption und Organisation der Veranstaltung.

Der Workshop ist öffentlich, wendet sich aber primär an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der europäischen Institutionen und der in Brüssel vertretenen Wissenschaftseinrichtungen. In ihm werden die für Text- und Datamining genutzten Techniken und die Nutzung in verschiedenen Wissenschaftsfeldern vorgestellt sowie die ökonomische Relevanz der Technik und Urheberrechtsaspekte beleuchtet. Ein vorläufiges Programm mit Informationen zum Workshop und zur Anmeldung kann von der Website von Science Europe heruntergeladen werden.

Mathematiker gründen Open-Access-Zeitschrift auf Grundlage von arXiv

Der britische Mathematiker Sir Timothy Gowers hat in einem Blogbeitrag die Gründung einer neuartigen Open-Access-Zeitschrift angekündigt. Als so genanntes „Overlay Journal“ nutzt die mathematische Zeitschrift „Discrete Analysis“ die Infrastruktur des Preprint-Servers arXiv. Manuskripte für die neue Zeitschrift werden zunächst bei arXiv mit einer CC-BY-Lizenz als Preprint veröffentlicht und dann nach Einreichung über die Website von „Discrete Analysis“ der Qualitätskontrolle durch einen traditionellen Peer-Review-Prozess unterworfen. Nach erfolgreichem Peer Review werden Artikel auf der Zeitschriften-Website verlinkt und damit als qualitätsgesicherte Beiträge gekennzeichnet. Sie erhalten außerdem einen Digital Object Identifier (DOI) und werden von den Herausgebern mit einer kurzen Zusammenfassung versehen. Die Zeitschrift selbst wird eine International Standard Serial Number (ISSN) erhalten.

Sowohl für Autorinnen und Autoren als auch für Leserinnen und Leser soll die neue Zeitschrift kostenlos sein. Ermöglicht wird dies durch den Einsatz der sehr kostengünstigen Plattform Scholastica für das Manuskriptmanagement und das Einsparen der Kosten für den Schriftsatz in einem Verlagslayout. Gegenüber einer herkömmlichen Open-Access-Zeitschrift können damit die Kosten um mehr als den Faktor 100 gesenkt werden. Für die ersten ca. 500 Einreichungen sind die Kosten durch eine Anschubfinanzierung der Universität Cambridge gedeckt. Timothy Gowers wurde 2012 als Initiator der gegen den Wissenschaftsverlag Elsevier gerichteten Boykottbewegung „The Cost of Knowledge“ bekannt.

„The metric tide“: britische Studie zur Bewertung von Forschungsleistungen

Der englische Hochschulfinanzierungsrat (Higher Education Funding Council for England - HEFCE) hat im Juli 2015 die Veröffentlichung einer unabhängigen Studie zur Tauglichkeit von Messverfahren und numerischen Indikatoren für die Beurteilung wissenschaftlicher Forschungsleistungen bekannt gegeben. Demnach gibt es derzeit keine quantitativen Indikatoren, die geeignet wären das „Peer Review“, d. h. die Begutachtung durch Fachkolleginnen und Fachkollegen, als primäres Verfahren der wissenschaftlichen Qualitätssicherung abzulösen.

Laut der Studie können sorgfältig ausgewählte Indikatoren, die allerdings je nach Fach unterschiedlich sein können, die Qualitätssicherung durch Fachwissenschaftlerinnen und Fachwissenschaftler bestenfalls ergänzen, aber nicht ersetzen. Als ungeeigneter Indikator wird u. a. der „Journal Impact Factor“ genannt. Die Autorinnen und Autoren der Studie empfehlen, dass Wissenschaftsinstitutionen eindeutige Kriterien für ihre Bewertung von Forschungsleistungen festlegen sollten. Zusatzmaterialien und ergänzende Informationen zur Studie sind auf einer eigenen Website zu finden.

Wilsdon, J. et al. 2015: The metric tide. Report of the independent review of the role of metrics in research assessment and management. Higher Education Funding Council for England (HEFCE). http://www.hefce.ac.uk/pubs/rereports/Year/2015/metrictide/Title,104463,en.html

Literaturhinweise

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Collins, E., C. Milloy & G. Stone 2015: Guide to open access monograph publishing for arts, humanities and social science researchers. OAPEN-UK. doi:10.5920/oapen-uk/oaguide

Guibault, L. & T. Margoni 2015: Legal aspects of open access to publicly funded research. In: Enquiries into intellectual property’s economic impact, S. 373–414. OECD. http://www.oecd.org/sti/ieconomy/Chapter7-KBC2-IP.pdf

Halchenko, Y.O. & M. Hanke 2015: Four aspects to make science open „by design“ and not as an after-thought. GigaScience 4: 31. doi:10.1186/s13742-015-0072-7

Hrynaszkiewicz, I. et al. 2015: Publishing descriptions of non-public clinical datasets: guidance for researchers, repositories, editors and funding organisations. biorXiv:021667

Kratz, J.E. & C. Strasser 2015: Making data count. Scientific Data 2: 150039. doi:10.1038/sdata.2015.39

Michener, W.K. 2015: Ecological data sharing. Ecological Informatics 29: 33–44. doi:10.1016/j.ecoinf.2015.06.010

Neylon, C. 2015: The road less travelled: optimizing for the unknown and unexpected impacts of research. In: Open Science, open issues, S. 69–86. Herausg. von S. Albagli, M. L. Maciel & A. H. Abdo. Brasília & Rio de Janeiro: Instituto Brasileiro de Informação em Ciência e Tecnologia (IBICT) & Universidade Federal do Estado do Rio de Janeiro (Unirio). http://livroaberto.ibict.br/bitstream/1/1061/1/Open%20Science%20open%20issues_Digital.pdf#page=71

Pampel, H. et al. 2015: Stand und Perspektive des globalen Verzeichnisses von Forschungsdaten-Repositorien re3data.org. In: 8. DFN-Forum Kommunikationstechnologien: Beiträge der Fachtagung 08.06-09.06.2015 in Lübeck, S. 13-22. Herausg. von P. Müller et al. Bonn: Gesellschaft für Informatik. Preprint: http://gfzpublic.gfz-potsdam.de/pubman/item/escidoc:1169893:3

Tenopir, C. et al. 2015: Changes in data sharing and data reuse practices and perceptions among scientists worldwide. PLoS ONE 10: e0134826. doi:10.1371/journal.pone.0134826

Teplitskiy, M., G. Lu & E. Duede 2015: Amplifying the impact of open access: Wikipedia and the diffusion of science. arXiv:1506.07608

Waaijers, L. 2015: „Open Access“ or „Open Excess“?: libraries at a crossroads. Insights 28: 69-74. doi:10.1629/uksg.231

Impressum

Der Helmholtz Open Science Newsletter wird vom Helmholtz Open Science Koordinationsbüro herausgegeben.

Redaktion: Dr. Christoph Bruch, Heinz Pampel, Dr. Paul Schultze-Motel und Paul Vierkant

Kontakt: open-science@helmholtz.de

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