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Die Ausgaben 1-49 des Newsletters finden Sie im Archiv.

Helmholtz Open Science Newsletter vom 18.09.2014

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

dies ist der 50. Helmholtz Open Science Newsletter, herausgegeben vom Helmholtz Open Science Koordinationsbüro. In diesem Newsletter geben wir Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Entwicklungen zum Thema Open Science.

Sie finden den aktuellen Newsletter und das Archiv auf der Website des Helmholtz Open Science Koordinationsbüros.

Wir freuen uns, wenn Sie diesen Newsletter an Interessierte weiterleiten.

Jubiläum: 50. Newsletterausgabe

50 Ausgaben des Helmholtz Open Science Newsletters sind ein kleiner Grund zum Feiern. Die erste Ausgabe unseres Newsletters erschien am 2. März 2006, damals noch als Helmholtz Open Access Newsletter. Seitdem informiert das Helmholtz Open Science Koordinationsbüro eine wachsende Leserschaft über die neusten Entwicklungen zu Open Science, Open Access zu wissenschaftlichen Publikationen und den Zugang zu Forschungsdaten. Sämtliche früheren Ausgaben stehen im Newsletterarchiv zur Verfügung und können über die Suchfunktion auf unserer Website durchsucht werden.

Wir freuen uns sehr über das große Interesse aus den Helmholtz-Zentren, aus anderen deutschen Wissenschaftseinrichtungen und aus dem deutschsprachigen Ausland. Auch in Zukunft werden wir Sie, liebe Leserinnen und Leser, mit unserem Newsletter per E-Mail und auf unserer Website mit Neuigkeiten und Informationen zu Open Science versorgen. Wir hoffen, dass Sie uns auch für die nächsten 50 Ausgaben gewogen bleiben.

Der Helmholtz Open Science Newsletter kann hier abonniert und gerne an Interessierte weitergeleitet werden. Alle Inhalte stehen unter einer CC-BY-Lizenz und können nachgenutzt werden, wenn der Newsletter als Quelle angegeben wird.

Rückblick: Open-Access-Tage 2014

Die 8. Open-Access-Tage fanden bereits Anfang September in der Fachhochschule Köln statt, die die Fachtagung in diesem Jahr gemeinsam mit der ZB MED und GESIS - Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften veranstaltete. Fast 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Bibliotheken, Verlagen und Wissenschaft diskutierten über aktuelle Entwicklungen rund um das Thema Open Access und nutzten die Tagung als Forum für alte und neue Kontakte.

Zu Beginn der Tagung gab Dr. Wolfgang zu Castell vom Helmholtz Zentrum München in seinem Hauptvortrag zum Thema „Open Science – mehr als nur eine Frage der Kommunikation“ Einblicke in neue Möglichkeiten zur Ergänzung der naturwissenschaftlichen Arbeitsweise durch digitale Kommunikation und „Wissenschaft 2.0“, ohne dass der Kern der Wissenschaft - das Streben nach Wahrheit und Erkenntnis - dabei verlorengeht. In weiteren Vorträgen ging es u. a. um Open Access im EU-Forschungsrahmenprogramm HORIZON 2020 und um Strategien zur Transformation von Subskriptionszeitschriften zu Open Access.

Im Workshop „Repositorien jenseits des Dublin Core“ berichteten Dr. Alexander Wagner vom Deutschen Elektronen-Synchrotron (DESY) und Katrin Große vom GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung, wie die von mehreren Helmholtz-Zentren gemeinsam weiterentwickelte Repositorien-Software Invenio sowohl in die praktische Arbeit der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eingebunden als auch für das Reporting genutzt werden kann. Weitere Tagungsbeiträge aus Helmholtz-Zentren kamen von Edith Reschke vom Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf und von Regine Tobias vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Spannend waren auch Vorträge von Dr. Bernd Pulverer (EMBO) zur Aufbereitung und Nachnutzung von Daten in Zeitschriftenpublikationen und von Dr. Torsten Reimer (Imperial College London) zu neuen Förderbedingungen in Großbritannien zum Grünen Weg des Open Access. Die Vortragsfolien der Tagung werden in Kürze zum Download zur Verfügung stehen.

Open Access Week: Webinar für Helmholtz-Doktorand/-innen

Im Rahmen der internationalen Open Access Week 2014 finden weltweit Veranstaltungen statt um vor Ort für den freien Zugang zu Wissen zu werben und zu informieren. Das Helmholtz Open Science Koordinationsbüro bietet am 20. und 24. Oktober 2014 unter dem Titel „Science is open: an introduction to open access“ ein aktuelles Webinar zu den Grundlagen von Open Access an. Doktorandinnen und Doktoranden aus allen Helmholtz-Zentren sind herzlich eingeladen sich von ihrem Schreibtisch aus über Open Access und Open Science zu informieren und im Livechat über das Internet mitzudiskutieren.

Eine Anmeldung für das Webinar ist ab sofort möglich.

Research Data Alliance: Deutschland-Treffen in Potsdam

Am 20. und 21. November 2014 findet die erste deutsche Konferenz im Rahmen der internationalen Research Data Alliance am Helmholtz-Zentrum Potsdam Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ statt. Eine Anmeldung für die Tagung ist noch möglich.

Vermittelt über eine Reihe wissenschaftlicher Organisationen und Förderprogramme unterstützten die Europäische Kommission sowie die amerikanische und australische Regierung die Research Data Alliance. Diese hat sich zum Ziel gesetzt Wissenschaftler weltweit beim Datenmanagement einschließlich der Zugänglichmachung von Forschungsdaten zu unterstützen. Die RDA organisiert sich durch halbjährlich stattfindende Konferenzen, die den Rahmen für Treffen von Arbeitsgruppen bilden, die an verschiedensten Projekten arbeiten.

Viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Deutschland sind beteiligt. Die Konferenz RDA-D will in Deutschland über die Research Data Alliance informieren und die Interessierten und Beteiligten aus Deutschland besser vernetzen.

Standards zum Umgang mit Publikationsgebühren

Die Workflows beim Umgang mit Publikationsgebühren (Article Processing Charges, APC) sind sowohl bei Verlagen als auch bei Wissenschaftsinstitutionen wenig bis gar nicht standardisiert. Unter dem Label „Efficiency and Standards for Article Charges“ (ESAC) hat sich eine kleine Gruppe zusammengefunden, die ihren Beitrag hin zu mehr Standardisierung leisten will. Erste Hinweise finden sich auf der Website der Gruppe.

Open-Science-Strategien auf Landes- und Bundesebene

Seit vielen Jahren wird an einem Umbau des wissenschaftliche Kommunikationswesens hin zum Open-Access-Publizieren gearbeitet. Eng damit verknüpft sind Anstrengungen das Management von Forschungsdaten zu verbessern. Dies dient sowohl dem Ziel, Forschungsergebnisse besser nachvollziehbar zu machen als auch die Nachnutzung oft teuer produzierter Forschungsdaten zu fördern. Diese oft als Open Science bezeichneten neuen Arbeitsweisen werden als Chance begriffen, die Leistungsfähigkeit der Wissenschaft und durch ihre Ergebnisse ermöglichte Innovation zu steigern.

Die Förderung von Open Science ist bereits seit einiger Zeit auch in der Politik ein Thema. Jetzt konkretisieren sich diese Diskussionen auf Landes- und Bundesebene.

  • Das BMBF arbeitet an einer entsprechenden Strategie, die Teil der Digitalen Agenda der Bundesregierung sein wird.
  • Die Landesregierung von Baden-Württemberg hat als erstes Bundesland eine ausformulierte E-Science-Strategie.
  • In Nordrhein-Westfalen veranstaltet der Landtag eine Anhörung zu diesem Thema.
  • In Schleswig-Holstein arbeitet die Landesregierung bereits mit Vertretern aus der Wissenschaft an einer Strategie vergleichbar der in Baden-Württemberg.
  • Das Berliner Abgeordnetenhaus hat den Senat mit einem einstimmigen Beschluss aller Fraktionen zur Formulierung einer Open-Access-Strategie für Berlin aufgefordert. Das Berliner Open-Access-Netzwerk, ein informeller Zusammenschluss von Vertretern wissenschaftlicher Institutionen des Landes, organisiert am 13. Oktober 2014 eine öffentliche Veranstaltung zur Berliner Open-Access-Strategie, bei der hochrangige Vertreter der Landesregierung und der großen Berliner Universitäten vortragen werden.

Für die wissenschaftlichen Organisationen in Deutschland ist es wichtig die genannten und vergleichbare Prozesse in den anderen Bundesländern aktiv zu begleiten.

ICSU gibt Empfehlungen zu Open Science

Die Generalversammlung des International Council for Science (ICSU), der Dachorganisation einer Vielzahl wissenschaftlicher Vereinigungen, hat eine Erklärung verabschiedet, die sich klar zur Offenheit in der Wissenschaft bekennt und angesichts aktueller Herausforderungen einige Empfehlungen gibt.

Zwei dieser Empfehlungen sind:

  • Datensupplemente zu Textpublikationen zitierbar machen
  • offene Lizenzierung von Forschungsdaten, um die Nachnutzung zu erleichtern.

Open access to scientific data and literature and the assessment of research by metrics. International Council for Science, September 2014. http://www.icsu.org/general-assembly/news/ICSU%20Report%20on%20Open%20Access.pdf

DataCite und Thomson Reuters' Data Citation Index

Thomson Reuters und DataCite haben in einer Pressemitteilung ihre Kooperation angekündigt. Die erstmalige Integration der mit einer DOI persistent referenzierbar gemachten Datenpublikationen in ein kommerzielles Produkt wie den „Data Citation Index“ des Konzerns Thomson Reuters stärkt die Wahrnehmung dieser noch jungen Publikationsform.

Andere Anbieter werden sicherlich folgen. Wünschenswert für die Zukunft wäre eine Nachnutzung der von DataCite offen zur Verfügung gestellten Metadaten in zahlreichen offenen Anwendungen, etwa im Bereich Altmetrics. Eine Monopolisierung der Zählbarkeit von Zitaten auf Datenpublikationen in einem Produkt kann nicht im Interesse der Wissenschaft sein.

Open-Access-Strategie für Dänemark

Im Rahmen des EuroScience Open Forum (ESOF) 2014 in Kopenhagen stellte im Juli dieses Jahres der dänische Minister für Bildung und Wissenschaft die Open-Access-Strategie für sein Land vor. Die Strategie ist ehrgeizig: ab 2017 sollen 80 % der von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Dänemark in wissenschaftlichen Zeitschriften veröffentlichten Artikel im Open Access zugänglich sein. Bis zum Jahr 2022 soll diese Quote auf 100 % gesteigert werden.

Damit nicht genug setzt die dänische Regierung vor allem auf den Grünen Weg des Open Access und setzt sich damit von der Strategie ab, die sich die britische Regierung über den „Finch Report“ zu eigen gemacht hat. Interessant sind in diesem Kontext die jüngsten Entwicklungen in Großbritannien hin zum Grünen Weg, die bei den gerade zu Ende gegangenen Open-Access-Tagen vorgestellt wurden (s. Beitrag oben).

NIH: neue Regeln zur Nachnutzung von Genomdaten

In den USA haben die National Institutes of Health (NIH) neue Regeln für die Nachnutzung von Genomdaten veröffentlicht, die aus NIH-geförderten Projekten entstehen. Viele Genomforscher stellen schon seit langem routinemäßig Forschungsdaten über internationale Datenbanken zu Verfügung, dennoch sollen die bisher bereits bestehenden Regeln ab dem kommenden Jahr präzisiert werden.

Eine wichtige Änderung betrifft die Einwilligungserklärung, um die Teilnehmer klinischer Studien gebeten werden. Dabei soll künftig klargemacht werden, dass die in dem Forschungsprojekt gewonnenen Daten später zur Nachnutzung bereitgestellt werden. Hintergrund ist die Möglichkeit, dass auch aus anonymisierten Genomdaten in bestimmten Fällen Rückschlüsse auf die Person gezogen werden können, von der die Daten stammen (s. Newsletter 43). Die Einwilligung in die Nachnutzung von Daten soll nicht nur für Genomdaten, sondern auch für Daten im Zusammenhang mit Zelllinien und Gewebeproben gelten, die in der klinischen Forschung eingesetzt werden.

Noorden, R. van 2014: US agency updates rules on sharing genomic data. Nature News, 01.09.2014. doi:10.1038/nature.2014.15800

Literaturhinweise

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Bergstrom, T.C. et al. 2014: Evaluating big deal journal bundles. Proceedings of the National Academy of Sciences 111: 9425-9430. doi:10.1073/pnas.1403006111

Castillo, T. et al. 2014: Enhancing discoverability of public health and epidemiology research data. London: Wellcome Trust. http://www.wellcome.ac.uk/About-us/Policy/Spotlight-issues/Data-sharing/Public-health-and-epidemiology/WTP054675.htm

Destro Bisol, G. et al. 2014: Perspectives on open science and scientific data sharing: an interdisciplinary workshop. Journal of Anthropological Sciences 92: 179–200. doi:10.4436/JASS.92006

Fehling, M. 2014: Verfassungskonforme Ausgestaltung von DFG-Förderbedingungen zur Open-Access-Publikation. Ordnung der Wissenschaft 2014: 179–214. http://www.ordnungderwissenschaft.de/pdf/2014-4/PDFs_Gesamtpdf/04_01_fehling_dfg.pdf

Pletscher-Frankild, S. et al. 2014: DISEASES: text mining and data integration of disease–gene associations. bioRxiv:008425

Robertson, T. et al. 2014: The GBIF Integrated Publishing Toolkit: facilitating the efficient publishing of biodiversity data on the internet. PLOS ONE 9: e102623. doi:10.1371/journal.pone.0102623

Impressum

Der Helmholtz Open Science Newsletter wird vom Helmholtz Open Science Koordinationsbüro herausgegeben.

Redaktion: Dr. Christoph Bruch, Heinz Pampel und Dr. Paul Schultze-Motel

Kontakt: open-access@helmholtz.de

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