Archiv

Die Ausgaben 1-35 des Newsletters finden Sie im Archiv.

 

Helmholtz Open Access Newsletter vom 30.03.2011

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

dies ist der 36. Helmholtz Open Access Newsletter, herausgegeben vom Helmholtz Open Access Projekt. In diesem Newsletter geben wir Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Entwicklungen zum Thema Open Access.

Sie finden den aktuellen Newsletter und das Archiv auf der Website des Helmholtz Open Access Projekts.

Wir freuen uns, wenn Sie diesen Newsletter an Interessierte weiterleiten.

 

Helmholtz-Zentren fördern Open-Access-Zeitschrift NJP

Die Zentren der Helmholtz-Gemeinschaft haben im März einen Vertrag über die Publikationsgebühren der Open-Access-Zeitschrift New Journal of Physics mit dem Verlag IOP Publishing vereinbart.

Ziel des Vertrages ist es Autorinnen und Autoren in der Helmholtz-Gemeinschaft den Umgang mit Open-Access-Publikationsgebühren zu erleichtern. Dr. Martin Köhler, Leiter der Bibliothek des Deutschen Elektronen-Synchrotron (DESY) kommentiert den Vertrag wie folgt: „Die Bibliotheken der Helmholtz-Gemeinschaft sind davon überzeugt, dass Open Access einen wesentlichen Anteil an der Zukunft des wissenschaftlichen Publizierens haben wird. Die Vereinbarung mit dem NJP ist ein weiterer Schritt in diese Richtung.“

Das NJP wurde 1998 vom Institute of Physics und der Deutschen Physikalischen Gesellschaft gegründet. Die Zeitschrift ist weltweit eine der etabliertesten und bekanntesten Open-Access-Zeitschriften in der Physik.

Zur Pressemitteilung

 

Workshop: Open Access im Forschungsbereich Energie

Gemeinsam mit der Bibliothek des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) veranstaltet das Helmholtz Open Access Projekt am 24. und 25.05.11 in Karlsruhe einen Helmholtz Open Access Workshop zum Thema „Open Access to Publications and Data in the Research Field ‚Energy‘ of the Helmholtz Association“.

Die Helmholtz-interne Veranstaltung soll Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Experten aus Bibliotheken, Rechenzentren und Datenzentren einen Überblick und ein Diskussionsforum über den Stand von Open Access mit Schwerpunkt auf dem Forschungsbereich Energie der Helmholtz-Gemeinschaft bieten. Interessenten aus allen Helmholtz-Einrichtungen sind willkommen, eine Anmeldung ist ab sofort möglich.

 

KIT: Open-Access-Fonds gegründet

Seit Januar 2011 verfügt das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) über einen Publikationsfonds zur Finanzierung von Publikationsgebühren, die bei der Veröffentlichung in einer Open-Access-Zeitschrift anfallen. Hintergrund des KIT-Publikationsfonds ist das Förderprogramm „Open-Access-Publizieren“ der Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG). Im Rahmen des Förderprogramms stellt die DFG 75 Prozent der Fördersumme. Weitere 25 Prozent werden durch das KIT aufgebracht. Bei der Beantragung von Mittel müssen von der DFG erarbeitete Kriterien zum Umgang mit Open-Access-Publikationsgebühren berücksichtigt werden. So können beispielsweise nur Publikationen finanziert werden, bei denen die Artikelbearbeitungsgebühren 2.000 Euro pro Aufsatz nicht übersteigen. Hybride Open-Access-Modelle werden nicht unterstützt.

Mit dem Programm werden Anreize für jene Wissenschaftler und Fachgebiete geschaffen, die derartige Publikationsmodelle noch nicht in breitem Umfang nutzen. Der Aufbau des Fonds ist Teil der Open-Access-Strategie des KIT.

 

Deutscher Beitrag für das arXiv formiert sich

Ende 2010 hat die Helmholtz-Gemeinschaft gemeinsam mit der Technischen Informationsbibliothek (TIB) und der Cornell University Library ein „Memorandum of Understanding“ zur Förderung des Open-Access-Repositoriums arXiv unterzeichnet. In diesem erklären die Helmholtz-Gemeinschaft und die TIB die Notwendigkeit einer nachhaltigen Finanzierung des arXiv. Die Cornell University ist, als Betreiber des arXiv, seit Anfang 2010 bestrebt, die Finanzierung des Repositoriums zu internationalisieren.

Vor diesem Hintergrund ist im Januar 2011 das von der TIB koordinierte und von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte arXiv-DH Projekt gestartet. Ziel des Projektes ist die Entwicklung eines Modells zur gemeinschaftlichen Finanzierung des arXiv in Deutschland. Hierzu wird die TIB gemeinsam mit der Helmholtz-Gemeinschaft und der Max-Planck-Gesellschaft in der international besetzten Sustainability Advisory Group beratend an der Entwicklung des Finanzierungsmodells mitwirken, sowie das von der Cornell University Library gefundene Modell in ein für die deutschen Institutionen tragbares Modell umwandeln.

Der Anteil der HGF an der Nutzung ab 2010 wird von den drei Helmholtz-Zentren DESY, Forschungszentrum Jülich (FZJ) und GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung getragen. Der Anteil der deutschen Hochschulen an der Nutzung in der Übergangszeit für 2010 wurde von der Helmholtz-Allianz „Physics at the Terascale“ und der TIB gemeinsam getragen, für 2011 und 2012 wird der Beitrag über das Projekt von der DFG finanziert.

 

Helmholtz-Gemeinschaft tritt COAR bei

Die Helmholtz-Gemeinschaft ist der Confederation of Open Access Repositories (COAR) beigetreten. COAR ist eine internationale Vereinigung, deren Mission es ist „to enhance greater visibility and application of research outputs through global networks of Open Access digital repositories.“ Im Rahmen der Mitgliedschaft soll die Weiterentwicklung von Open-Access-Repositorien aktiv mitgestaltet werden. Die Mitgliedschaft wird im Rahmen einer Gruppenmitgliedschaft mit mehreren wissenschaftlichen Institutionen organisiert. Die Gruppe wird durch die Universität Konstanz vertreten.

 

Wohin mit all den Daten?

Gemeinsam mit einer internationalen Gruppe renommierter Genetiker riefen Prof. Dr. Martin Hrabé de Angelis vom Helmholtz-Zentrum München und Prof. Dr. Klaus Schughart vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in der Zeitschrift „Science“ dazu auf, die langfristige Verfügbarkeit biologischer Datenbanken und Ressourcensammlungen sicherzustellen.

In der biomedizinischen Forschung werden durch moderne High-Throughput-Technologien sehr große Mengen unterschiedlicher Daten produziert, die sich schon längst nicht mehr durch die traditionelle Methode der wissenschaftlichen Veröffentlichung an andere Wissenschaftler weitergeben lassen. Für die Aufbewahrung und Weitergabe der Daten müssen daher neue, effektive Wege gefunden und auch finanziert werden. Ähnliches gilt für die Bereitstellung von Tierstämmen, z. B. von genetisch veränderten, so genannten Knockout-Mäusen. Der Appell der Wissenschaftler richtet sich auch an die Forschungsförderer, um neue Finanzierungsmöglichkeiten zur Errichtung von Infrastrukturen für Daten und Bioressourcen zu schaffen, die die Grundlage für konkrete Forschungsprojekte bilden.

Da die Dateninfrastrukturen und Bioressourcen national gefördert, aber weltweit genutzt werden, fordern die Autoren eine Koordinierung der Infrastrukturplanung auf internationaler Ebene, analog zum ESFRI-Prozess der Europäischen Union, der ebenfalls der Abstimmung künftiger Forschungsstrategien in den einzelnen Mitgliedsländern dient.

Schofield, P.N. et al. 2010: Sustaining the data and bioresource commons. Science 330: 592-593. doi: 10.1126/science.1191506

 

Save the Day: Open-Access-Tage 2011

Die Open-Access-Tage finden in diesem Jahr am 4. und 5. Oktober an der Universität Regensburg statt. Die Veranstaltung richtet sich an Fachleute aus dem Open-Access-Bereich aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, an Wissenschaftler/-innen aller Fachrichtungen, Verlagsvertreter und Unterstützer des wissenschaftlichen Forschungs- und Kommunikationsprozesses an Bibliotheken, Forschungsinstituten und Fördereinrichtungen. Weitere Informationen folgen in Kürze auf der Informationsplattform open-access.net.

 

OpenAIRE: „Launch Event“ in Gent

Bereits Anfang Dezember 2010 wurde in der Universitätsbibliothek im belgischen Gent das EU-Projekt OpenAIRE mit einem Workshop offiziell gestartet. Hauptaufgabe von OpenAIRE sind die Beratung und das Monitoring bei der Umsetzung der Open-Access-Bedingung für EU-geförderte Forschungsprojekte im Rahmen des „EU Open Access Pilot“ und der Open-Access-Richtlinien des European Research Council (ERC).

Dr. Neelie Kroes, Vizepräsidentin der EU-Kommission und als Kommissarin zuständig für die Digitale Agenda, unterstrich in ihrer Eröffnungsrede das Recht der EU-Bürger auf Zugang zu den mit öffentlicher Förderung produzierten Forschungsergebnissen. Ebenso wichtig sei der offene Zugang zu Forschungsdaten, dafür müsse in Kooperation aller Beteiligten eine Infrastruktur geschaffen werden.

Prof. John Willinsky, Stanford University, stellte in seinem Redebeitrag die Open-Access-Bewegung in die Tradition der europäischen Aufklärung. Er erinnerte daran, dass vor 300 Jahren mit dem ersten Urheberrechtsgesetz in England von der Regierung ein Monopol vergeben wurde, das mit dem Ziel der Bildungsförderung eng verknüpft war: ein Exemplar jedes gedruckten Buches musste an die Universitätsbibliotheken geschickt werden und den Universitäten wurde das Druckrecht zugebilligt. „Today, we need to reinvent, rethink, remember this dual economy act“, sagte Prof. Willinsky.

In weiteren Vorträgen stellten die technische Direktorin von OpenAIRE, Dr. Donatella Castelli, und mehrere OpenAIRE-Repräsentanten aus den EU-Mitgliedsländern den aktuellen Stand der Implementierung des Projekts vor. In verschiedenen europäischen Ländern wird derzeit an nationalen Open-Access-Richtlinien gearbeitet. Die spanische Repräsentantin berichtete, dass im künftigen Wissenschaftsgesetz ihres Landes voraussichtlich eine Open-Access-Verpflichtung für wissenschaftliche Publikationen verankert wird.

 

Ergebnisse der Study of Open Access Publishing (SOAP)

Im Januar wurden in Berlin die Ergebnisse des EU-Projekts Study of Open Access Publishing (SOAP) präsentiert. Das Projekt liefert, neben einer ausführlichen Bestandsaufnahme der Open-Access-Publikationslandschaft, eine sehr interessante Untersuchung der Perspektiven von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern auf Open Access.

In einer Online-Befragung haben über 53.000 Personen zum Thema Stellung genommen. Auf der Grundlage einer Teilmenge von etwa 38.000 Antworten bieten die Ergebnisse die bisher umfassendste Befragung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zu Open Access. 89 % der Befragten bewerteten Open Access positiv. Die Studie zeigt u. a., dass Wissenschaftler häufig Schwierigkeiten bei der Finanzierung von Publikationsgebühren haben, die insbesondere im STM-Bereich eine verbreitete Finanzierungsform von Open-Access-Zeitschriften sind.

Bemerkenswert ist, dass die Daten der Studie zur freien Nachnutzung bereitgestellt wurden.

 

Förderer veröffentlichen Erklärung zum „data sharing“ in der Medizin

Siebzehn lebenswissenschaftliche Förderorganisationen haben im Januar eine Erklärung zur Zugänglichkeit von Forschungsdaten veröffentlicht. Unter dem Titel „Sharing research data to improve public health“ fordern die Organisationen, darunter der Wellcome Trust, die National Institutes of Health (NIH) und die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), die Nachnutzung von Forschungsdaten zu verbessern.

Dem Statement liegt folgende Vision zugrunde: „We, as funders of health research, intend to work together to increase the availability to the scientific community of the research data we fund that is collected from populations for the purpose of health research, and to promote the efficient use of those data to accelerate improvements in public health.“

Um diese Mission erfolgreich zu gestalten, kündigen die Organisationen eine verstärkte Kooperation in diesem Handlungsfeld an.

 

Literaturhinweise: Open Access

Lathrob, R.H. & B. Rost 2011: ISCB public policy statement on open access to scientific and technical research literature. Bioinformatics 27: 291-294. doi: 10.1093/bioinformatics/btq687

Neylon, C. 2011: PLoS (and NPG) redefine the scholarly publishing landscape. Science in the Open. http://cameronneylon.net/blog/plos-and-npg-redefine-the-scholarly-publishing-landscape/

 

Literaturhinweise: Forschungsdaten

D-Lib-Ausgabe zum Umgang mit Forschungsdaten

Klump, J. 2011: Criteria for the trustworthiness of data centres. D-Lib Magazine 17 (1/2). doi: 10.1045/january2011-klump

Pfeiffenberger, H. & D. Carlson 2011: “Earth System Science Data” (ESSD) - a peer reviewed journal for publication of data. D-Lib Magazine 17 (1/2). doi: 10.1045/january2011-pfeiffenberger

 

Science: Special Online Collection „Dealing with Data

Fox, P. & J. Hendler, J. 2011: Changing the equation on scientific data visualization. Science 331: 705-708. doi: 10.1126/science.1197654

Kahn, S.D. 2011: On the future of genomic data. Science 331: 728-729. doi: 10.1126/science.1197891

Lang, T. 2011: Advancing global health research through digital technology and sharing data. Science 331: 714-717. doi: 10.1126/science.1199349

Olsen, J.V. & M. Mann 2011: Effective representation and storage of mass spectrometry-based proteomic data sets for the scientific community. Science Signaling 4: pe7. doi: 10.1126/scisignal.2001839

Reichman, O.J., M.B. Jones & M.P. Schildhauer 2011: Challenges and opportunities of open data in ecology. Science 331: 703-705. doi: 10.1126/science.1197962

Travis, K. 2011: Sharing data in biomedical and clinical research. Science Careers, 11.02.2011. http://sciencecareers.sciencemag.org/career_magazine/previous_issues/articles/2011_02_11/caredit.a1100014

 

Impressum

Der Helmholtz Open Access Newsletter wird vom Helmholtz Open Access Projekt herausgegeben.

Redaktion: Heinz Pampel, Dr. Angela Schäfer und Dr. Paul Schultze-Motel.

Kontakt: open-access@helmholtz.de

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Letzte Änderung: 14.03.2012

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