Helmholtz Open Access Newsletter vom 14.11.2006

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

 

dies ist der neunte Helmholtz Open Access Newsletter, herausgegeben vom Helmholtz Open Access Project. In diesem Newsletter wollen wir Ihnen einen monatlichen Überblick über die wichtigsten Entwicklungen zum Thema Open Access geben. Sie finden den aktuellen Newsletter und das Archiv jederzeit auf dem Portal "Helmholtz Open Access Projekt" (http://oa.helmholtz.de/index.php?id=98).

 
Wir freuen uns, wenn Sie diesen Newsletter an Interessierte weiterleiten.

Konsortium zu Open Access in der Teilchenphysik

Repräsentanten aus 10 Ländern trafen sich am 3.11.06 am CERN ("Europäische Organisation für Kernforschung") mit dem Ziel, ein Konsortium aus den wichtigsten Forschungsförderern der Teilchenphysik zu gründen, um Fachzeitschriften durch Sponsering „freizukaufen“, dh. Open Access zu gewährleisten.
Ein wichtiges Ergebnis dieses Treffens ist die Einsetzung einer Interims-Arbeitsgruppe, die u.a. weitere Mitglieder für das Konsortium werben, rechtliche Fragen klären und ein "cost-sharing"-Modell entwickeln soll.

Aus der Helmholtz-Gemeinschaft hat sich das DESY auf dem Treffen stark engagiert: durch eine sehr deutliche Unterstützungserklärung des Vorsitzenden des DESY-Direktoriums Prof. Dr. Wagner (gleichzeitig Forschungsbereichskoordinator im Bereich "Struktur der Materie" in der Helmholtz-Gemeinschaft), durch die Teilnahme von Prof. Dr. Heuer, Direktor für den Bereich Hochenergiephysik und Astroteilchenphysik am DESY und durch die Wahl von Frau Holtkamp (Bibliothek, DESY) als eine der beiden nationalen Vertreter in die Interims-Gruppe.

Der Arbeitskreis Open Access der Helmholtz-Gemeinschaft wird Frau Holtkamp bei Ihren Aktivitäten in allen Belangen bezüglich Helmholtz-Zentren unterstützen.

Lesen Sie die aktuellen Entwicklungen zum Thema im internen Bereich der Website unter "Arbeitskreis Open Access".

New Journal of Physics erreicht erstes "Mega-Download"

Die elektronische Fachzeitschrift New Journal of Physics, die seit 1998 gemeinsam von der Deutschen Physikalischen Gesellschaft und dem britischen Institute of Physics herausgegeben wird, hat die Marke von einer Million abgerufener Artikel ("Volltextdownloads") überschritten.

Darüber hinaus wurde das New Journal of Physics von der renommierten Literaturdatenbank Essential Science Indicators als "rising star" bezeichnet, da es unter allen Physik-Zeitschriften den höchsten prozentuellen Zuwachs bei der Zahl an Zitierungen erreichte. Der "Impact-Factor" wurde mit 3,585 ausgewiesen. Diese statistische Kenngröße gibt an, wie häufig ein Artikel aus einer Zeitschrift in anderen Fachjournalen zitiert wird. Je höher der Impact Factor, desto angesehener ist eine Fachzeitschrift. Im aktuellen Ranking belegt das New Journal of Physics Platz sieben in der Kategorie "physics, multidisciplinary", die rund 70 internationale Fachzeitschriften umfasst.

New Journal of Physics ist eine Open Access-Zeitschrift. Sie erscheint ausschließlich online und ist weltweit frei zugänglich. Anders als bei üblichen Fachzeitschriften fallen für Leser keine Lizenz- oder Registrierungskosten an, stattdessen wird für die Publikation der Artikel eine Gebühr erhoben. Seit 2001 ist die Anzahl der publizierten Artikel um über 900 Prozent gestiegen, inzwischen greifen Wissenschaftler aus über 180 Ländern auf die Zeitschrift zu.

Eine Auswahl der "begehrtesten" Fachartikel findet man auf der Website des New Journal of Physics: http://www.njp.org. Die Hitliste reicht von der Quantenkryptographie bis zur Quantengravitation und enthält unter dem Titel "Notes on conformal invisibility devices" auch Überlegungen über das Unsichtbarmachen von Gegenständen.

Quelle: Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG) http://idw-online.de/pages/de/institution389

(JK)

Konzeptentwurf für eine Open-Access- Politik

Die “Canadian Institutes for Health Research” (CIHR) haben als Ergebnis einer großangelegten Umfrage im kanadischen Gesundheitswesen einen Konzeptentwurf für eine Open-Access- Politik erarbeitet, der als Grundlage für eine endgültige Version dienen soll.
CIHR, die staatliche Förderstelle für Forschungen im Gesundheitswesen in Kanada, unterstützt ca. 10.000 Forscher und hat in den Jahren 2005 bis 2006 ca. 650 Mio $ vergeben.
Nun will man die geförderten Wissenschaftler verpflichten, ihre Manuskripte sofort nach dem Peer-Review in einem Institutional Repository oder in einer übergreifenden Datenbank (PubMedCentral) zu veröffentlichen (eine 6-monatige Wartezeit soll akzeptiert werden).
Alternativ ist die Veröffentlichung natürlich in einem Open-Access Journal möglich. Damit planen CIHR eine sehr weitgehende Verpflichtungserklärung. Bravo!

Quelle: http://www.cihr-irsc.gc.ca/e/32326.html
(AH)

Romeo spricht deutsch

Ein im Sommer gestartetes DFG-Projekt beschäftigt sich mit Fragen wie:

Was gestatten deutsche Verlage ihren Autoren?

http://www.ub.uni-stuttgart.de/wirueberuns/projekte/oa-policies/

Als ersten Schritt haben die Kollegen begonnen die Romeo/Sherpa-Liste ins Deutsche zu übertragen:

http://ubvpc120.ub.uni-stuttgart.de/oa/romeoger/

(rab)

EU-Projekt DRIVER - erste Ergebnisse

Im letzten Newsletter war auf das EU-Projekt Driver "Digital Repository Infrastructure Vision for European" hingewiesen worden.

(Das Projekt greift die Vision auf, dass alle Formen wissenschaftlicher Ergebnisse – etwa Forschungsartikel, Berichte, Daten und Zusatzmedien – frei und einfach im Internet zugänglich sein sollten.)

Inzwischen liegen allererste Ergebnisse vor, die auf dieser Seite gesammelt werden:http://www.pleiade.nl/wiki.

Unter http://www.pleiade.nl/wiki/index.php?title=Germany finden sich erste Ergebnisse einer laufenden Umfrage zu Repositories.

Tragen auch Sie dazu bei, um das Bild abzurunden!

(rab)

Wie wird ein Institutional Repositories zum Erfolg?

In der Oktober-Ausgabe von First Monday berichtet Arthur Sale darüber, unter welchen Bedingungen ein Institutional Repositories angenommen und erfolgreich gefüllt wird. Mehrere Studien haben gezeigt, dass ein institutionelles Mandat zur elektronischen Zweitpublikation eine Voraussetzung für ein erfolgreiches Institutional Repository ist. Zusätzlich müssen auch Strukturen  geschaffen und Policies formuliert werden, die die Autoren bei der elektronischen Zweitpublikation über das Institutional Repository unterstützen. Er betont, dass es einige Jahre dauert, bis sich die elektronische Zweitpublikation in den Arbeitsabläufen einer Institution etabliert.

Quellen:
http://www.firstmonday.org/issues/issue11_10/sale/index.html sowie http://firstmonday.org/issues/issue11_4/sale/index.html

(JK)

Open Access in der Helmholtz Gemeinschaft

Auszug aus der Mitgliederversammlung vom 13.09. 2006

Ein Auszug aus der "Übersicht über die Ergebnisse der Mitgliederversammlung vom 13.9.2006",
TOP 13a Verschiedenes: Open Access.
"Herr Bradshaw appelliert an alle Vorstände, die Wissenschaftler in ihren Zentren dazu zu ermuntern, in open-access-journals zu publizieren und die Sichtbarkeit der Institutional Repositories dadurch zu erhöhen, dass sie ein Link auf der Startseite des Zentrums erhalten."

Mitarbeit von Wissenschaftlern in Herausgebergremien von Open Access-Zeitschriften

Durch eine umfangreiche Recherche des Arbeitskreis Open Access (AK OA) in der Datenbank des Directory of Open Access Journals (http://www.doaj.org)
wurden 36 Personen aus Helmholtz-Zentren identifiziert, die sich als Herausgeber oder im Reviewer-Board von Open Access Journalen engagieren.

Der AK OA möchte die Erfahrungen und das Engagement dieser Wissenschaftler nutzen, um Open Access in den Zentren der Helmholtz-Gemeinschaft stärker bekannt zu machen.

In einem ersten Schritt wurden die Wissenschaftler angeschrieben. Dabei erhielt der AK OA zahlreiche positive Rückmeldungen. Zurzeit folgen weitere Kontakte, um die Zusammenarbeit zu intensivieren. 

Die Anzahl und die Zentrenzugehörigkeit der Editoren/Reviewer in OA-Journalen sowie die unterstützten Zeitschriften finden Sie auf dem Open Access Portal im externen Bereich "Helmholtz-Wissenschaftler als Open Access Editoren" (http://oa.helmholtz.de/index.php?id=158).

Selbstverständlich erhalten alle Institute die genauen Angaben und Daten zu den Wissenschaftlern in ihren Zentren.

Wenn Sie selbst bei einer OA-Zeitschrift aktiv sind oder andere Aktive kennen: Bitte melden Sie sich beim Arbeitskreis Open Access.


 

Leseempfehlungen

Suber, P. (2006): Unbinding knowledge: a proposal for providing open access to past research articles, starting with the most important

In: Open Access:Open Problems. Polimetrica Publisher, pp. 43-57.

http://www.polimetrica.com/polimetrica/506/02/Open_Access_Open_Problems_vers._elettr.pdf

http://www.earlham.edu/~peters/writing/unbind.htm

von P. Suber angebotene, verkürzte Version: http://www.earlham.edu/~peters/fos/newsletter/06-02-04.htm#unbind

Suber umreißt hier einen weiteren Weg zur Verbreitung des Offenen Zugangs. Neben dem Hauptgeschäft (grüner Weg für aktuelle Literatur) zeigte sich das niederländische Projekt "Cream of Science" ja sehr erfolgreich. Suber schlägt nun vor, aus etablierten Institutionen oder Organisationen heraus Bibliografien zur Kernliteratur eines Themas (z.B. HIV/AIDS) zu erstellen   und  den  offenen Zugang zu dieser Literatur  ermöglichen ("... wherever there is a clear social utility in accelerating the pace of research").

Welche Themen aus dem Forschungsbereich Gesundheit kämen da in Frage?

 
Tyler O. Walters (2006): Strategies and Frameworks for Institutional Repositories and the New Support Infrastructure for Scholarly Communications

In: D-Lib Magazine, October 2006, Volume 12 Number 10, ISSN 1082-9873

http://www.dlib.org/dlib/october06/walters/10walters.html

Der Artikel weitet den Blick und zeigt, wie Repositories als Teil einer neuen Infrastruktur nutzbar gemacht werden können.
(rab)

 

Archiv

Die Ausgaben 1-8 des Newsletters finden Sie im Archiv (http://oa.helmholtz.de/index.php?id=111).

Impressum

Der Helmholtz Open Access Newsletter wird herausgegeben durch das Helmholtz Open Access Projekt (http://oa.helmholtz.de).

Redaktion: Ines Böttcher.

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Kontakt:

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Copyright

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Letzte Änderung: 14.03.2012

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